Gibt es ihn vielleicht doch, den Homunculus, den kleinen Mann im Kopf eines jeden Menschen, der – so glaubte man früher – die Geschicke und Gefühle steuert?
Manabu Ito will es wissen: Er will das menschliche Gehirn erforschen und zwar den Teil, der bislang noch nicht mit medizinischen und biochemischen Erkenntnissen ergründet werden konnte. Susumu Nakoshi weiß indes nicht so recht, welchen Effekt es haben wird, wenn Manabu ihm ein Loch in den Schädel bohrt. Gesund klingt es nicht gerade und zunächst lehnt er dankend ab. Aber Susumu braucht Geld für die Reparatur seines heißgeliebten Autos... 700.000 Yen scheint ihm ein guter Preis zu sein für die Einwilligung in das Experiment, das leider nicht so verläuft, wie Susumu es sich wünscht. Denn mit dem Eingriff beginnt sein Leben aus den Fugen zu geraten.
Hideo Yamamoto forschte mit seinem Yakuza-Epos "Koroshiya 1", auch bekannt unter dem Titel der Verfilmung "Ichi – The Killer", nach Ursache und Wirkung von Gewalt und trieb deren Darstellung auf die Spitze. Mit "Homunculus" führt Yamamoto seine Studien des menschlichen Verhaltens weiter, jedoch eher mit psychologischem Gespür für seine Figuren als mit den Schockeffekten schonungslos präsentierter Metzeleien.