Als Mr. Ross im Geschichtsunterricht die Nazizeit durchnimmt, können seine Schüler das Verhalten der Deutschen und ihre blinde Manipulation nicht verstehen. Ihnen würde so etwas nicht passieren, da sind sie sicher. Sie würden sich gegen die Machthaber stellen und etwas gegen die Diktatoren tun. Das Experiment, das er darauf mit seinen Schülern ohne ihr Wissen durchführt, läuft schnell aus dem Ruder. Denn sie reagieren nicht mit Ablehnung auf seine Disziplinar-Maßnahmen, sondern folgen ihm bald begeistert und bedingungslos. Die Entwicklung nimmt bedrohliche Ausmaße an und beginnt, das soziale System der Schule zu zerstören.
Seit über 20 Jahren liefert der Jugendroman „Die Welle“ von Morton Rhue Jugendlichen Gesprächsstoff – egal ob in der Schule oder mit Freunden. Das Faschismus-Experiment, das ein Geschichtslehrer mit seinen Schülern durchführt und ihnen die Manipulation von Menschen vor Augen führt, erschüttert noch immer.
Diese Umsetzung als Graphic Novel ermöglicht eine vollkommen neue Lesart des Buches.
Mit wenigen Strichen und eindrucksvollen Bildkompositionen verstärken die Zeichnungen der jungen Berliner Grafikerin Stefanie Kampmann die bedrohliche Atmosphäre. Die schnelle Abfolge von Detailzeichnungen – zum Beispiel bei einem emotionsgeladenen Disput zwischen einem Liebespaar – bringt eine filmähnliche Dynamik in die Geschichte.